Peru - land of plenty

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Erdbeben – Arequipa

Arequipa mutet im Gegensatz zu anderen Städten Perus europäisch an. Prachtvolle Kolonialgebäude und Villen, eine Fußgängerzone mit den überall auf der Welt bekannten Fastfood-Ketten, und adrett gekleidete Einwohner.

Straßenansicht, Arequipa

Straßenansicht, Arequipa

Ich komme kurz vor den Festivitäten zum 476. Geburtstag in Arequipa an und erreiche gerade so noch meine Unterkunft, bevor auf den Straßen ein tosendes Folklore-Fest ausbricht, was den Verkehr lahmlegt und so gar nichts europäisches mehr hat.
Zahlreiche Tanzgruppen in bunten Kostümen, laute Blechbläser und der Duft von den in Peru auf Straßenfesten so beliebten Anticuchos erfüllen die Straßen. An jeder freien Ecke sind Tische aufgebaut an denen man Glühwein oder andere heiße Getränke zu sich nehmen kann, was bei den im Winter nächtlichen Temperaturen von circa 5 Grad sehr willkommen ist.

Die Stadt tobt und daher wird das kurze Wackeln des Erdbodens von den meisten kaum wahrgenommen. Mein erstes Erbeben, und ich bin etwas verdutzt, dass kaum jemand reagiert. Was sich in Arequipa sehr sanft anfühlte, führte im Epizentrum im Colca Canyon zu einer Katastrophe. Circa 10 Tote, 40 Verletzte und unter anderem ein zerstörtes Krankenhaus in Chivay. Ein bei Touristen sehr beliebter Ort in der Region. Das Erbeben mit einer Stärke von 5,3 hat es sogar in die deutsche Presse geschafft.
Chivay wäre auch mein nächstes Ziel gewesen, aber zunächst sind die Straßen blockiert und ich beschließe nicht auf die Räumung zu warten, einen zusätzlichen Tag in Arequipa zu verbringen und mich dann auf den Weg zum Titicacasee zu machen. Am nächsten Tag ist, bis auf ein paar Betrunkene, die durch die Straßen torkeln und ein paar geschlossener Geschäfte, alles wieder normal.

Hauptattraktion von Arequipa ist das Kloster Santa Catalina. Die kleine Stadt in der Stadt ist wirklich imposant. Wenn man die Touristengruppen an sich vorbeiziehen lässt, spürt man etwas von der Ruhe des Klosters, in dem heute noch 30 Nonnen leben.

 

Etwas abseits vom Zentrum liegt der Stadtteil Yanahuara von dem man einen freien Blick auf den Vulkan Misti hat. Der Aussichtspunkt war auch schon vor 50 Jahren, als meine Eltern eine Rundreise in Peru machten beliebt, aber der Ausblick – bis auf den unveränderlichen Misti – ein ganz anderer.

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa in den 60ern

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa in den 60ern

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa 2016

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa 2016

Auf dem Rückweg komme ich an einer Picanteria vorbei. Der Laden war voll, es roch köstlich und die Preise waren günstig. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass dieses speziell arequipeñischen Lokale nur tagsüber offen haben, wäre ich auch ohne großen Hunger eingekehrt. Leider ist mir dies Erlebnis entgangen.

Mein persönliches kulinarisches Highlight in Arequipa war Queso Helado. Ein Eis aus Milch, Kokosmilch und braunem Zucker, was mit Zimt bestreut wird. Die Zutaten kommen in einen Bottich, der in Eiswasser schwimmt und solange gedreht wird, bis der Inhalt gefroren ist. Doña Rosa, gilt als Meisterin in der Herstellung. Ihr Stand auf dem Markt ist mit zahlreichen Artikeln der Lokalzeitungen über sie geschmückt. Sogar ein Gemälde von Ihr hängt an der Wand.

Doña Rosa, Markt Arequipa

Doña Rosa, Markt Arequipa

Gemälde Doña Rosa, Markt Arequipa

Gemälde Doña Rosa, Markt Arequipa

Zum Abschied am Bussbahnhof gibt es dann noch mal ein kurzes Beben, ein kurzer Aufschrei einer Ticketverkäuferin, ein flüchtiges Aufblicken der Passagiere und Kontrolleure und schon geht es weiter.

2 Kommentare

  1. Da scheinst du mit dem Erdbeben ja tatsächlich ganz nah am peruanischen Leben zu sein. Wer braucht da schon gutes Essen?! Tolles Fotos!
    Take care.

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