Peru - land of plenty

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Casa Grande – Zuckerrohr-Imperium / Teil 3

Als letzten Ausflug zur Vergangenheit meiner Mutter bleibt mir noch ein weiterer Ort zu besuchen. Puerto Malabrigo oder später dann Puerto Chicama wurde im Jahre 1915 von den Gildemeisters zum Hafen ausgebaut, um von hier aus den Zucker zu verschiffen. Die Hazienda besaß zahlreiche Lokomotiven, um die Zuckersäcke zu transportieren. Auch in den weit reichenden Länderreien fand der Transport auf der Schienen statt. Zur Ernte wurden mobile Gleise verlegt und nach der Ernte wieder abgebaut.

Für die Gutsherren und die leitenden Angestellten gab es in Puerto Chicama außerdem Ferienhäuser in denen man den Sommer verbrachte. Die Kinder der Angestellten konnten es sich hier ganze 3 Monate amüsieren. Sie wurden im Pulk von Familie zu Familie gereicht, die sich in den Häusern für die Sommerfrische abwechselten. Meine Mutter schwärmt immer noch noch von diesen Sommern. Heutzutage ist der Ort hauptsächlich bei Surfern bekannt. Er wirbt damit die längste links brechende Welle der Welt zu haben.

Meine Mutter in Puerto Chicama, Peru 50er Jahre

Meine Mutter in Puerto Chicama, Peru 50er Jahre

Gleiches Gebäude 2016

Gleiches Gebäude 2016

Die Kinder der leitenden Angestellten beim Baden in Puerto Chicama, Peru 50er Jahre

Die Kinder der leitenden Angestellten beim Baden in Puerto Chicama, Peru 50er Jahre

Es ist Nebensaison. Im Wasser zwei Surfer, am weiten Strand drei vermutlich peruanische Touristen und in den Straßen des kleinen Zentrums mehr Hunde als Menschen. Ein lautes Radio weist mir den Weg zu meinem Mittagessen in diesem verschlafenen Nest.  Sudado de pesce. Ein Fischeintopf, dessen Ingwerschärfe auf einen asiatischen Einfluß schließen lässt.
Am breiten Sandstrand schlendere ich zu der ziemlich kaputten langen Mole, auf der damals mit Zuckerrohr beladene Züge bis weit hinein ins Meer zu den Schiffen gefahren sind. Inzwischen fehlt der Mole in der Mitte ein Stück vom Unterbau und Seevögel belagern die dort durchhängenden Schienen.
Jetzt im Winter ist dieser Ort trostlos. Männer sitzen gelangweilt um die Mole herum und überall zeigt sich die einst prosperierende Vergangenheit.  Rostende Lokomotiven, leere Hallen für die Zuckerohrsäcke und verfallene Gebäude.
Zurück wandere ich an der Promenade entlang. Hier stehen die Ferienhäuser in denen meine Mutter den Sommer verbracht hat. Hübsch und mit großen Holzveraden ausgestattet. Die meisten stehen leer und werden zur Vermietung oder zum Verkauf angeboten.  Der ehemalige Garten davor ist inzwischen eine leicht vermüllte Wiese, die als Privateigentum ausgwiesen ist.
Ich winke eines der zahlreichen Mototaxis heran, die hier auf – ich weiß nicht welche – Kunden warten.  Auf meinem Hinweg habe ich Männer bei der Zuckerrohrernte gesehen, zu denen ich nun fahren möchte.

 

Vor Ort wird gleich sichtbar, dass sich die Art und Weise der Zuckerrohrernte seit damals kaum verändert hat. Noch immer wird das Blattwerk des Zuckerrohrs erst abgebrannt, bevor die Arbeiter beginnen mit großen Mancheten das Rohr zu schlagen.  Das Gesicht und die Kleidung der Arbeiter sind schwarz vom Ruß.  Statt der einfachen Baumwollkleidung, tragen die Mancheten-Männer nun bunte Sportbekleidung und der Transport des Zuckerrohrs erfolgt nicht über Schienen, sondern über die Straße. BeiBetrachtung des kleinen Vehikels erscheint mir das ziemlich uneffizient.  Während ich mich dem Feld annähre, werde ich mißtrauisch von den Aufsehern beäugt. Nun hilft es mir doch, dass mein Großvater einst in Casa Grande gerabeitet hat und ich darf nach anfänglichem Zögern und ein paar Erklärungen ein paar Fotos.

 

 

Irgendwie scheinen sich die beiden Jungs dann auch über mein Interesse zu freuen und ich bekomme zum Abschied ein großes Bündel grünen Spargel geschenkt, welcher gleich auf dem Nebenfeld gerade geerntet wurde. Das Feld gehört auch tatsächlich zu Casa Grande und wird dort in die Fabrik, deren Zutritt mir nicht gestattet ist, zur Weiterverarbeitung gebracht.
Zurück an der Strasse halte ich den nächsten Bus an und fahre zurück nach Trujillo. Den grünen Spargel musste ich dann leider verschenken, da ich in meiner Unterkunft keine Kochmöglichkeit habe.

Casa Grande – Zuckerrohr-Imperium / Teil 2

Dem Strom der Arbeiter folgend, lande ich in einem kleinen Restaurant, das für 16 peruanische Sol (circa 4 Euro) ein Mittagsmenü anbietet. Knallgrüne Wände, orangene Tischdecken und an den Stühlen baumeln die gelben Helme der Fabrikarbeiter. An der Wand hängt ein riesiger Flachbildschirm und – ich kann es kaum glauben – es läuft Frankfurt Eintracht gegen Schalke. Erst später erfahre ich von einem Taxifahrer mit dem ich ausnahmsweise nicht über die peruanische Küche rede, dass die Peruaner den deutschen Fußball aufmerksam verfolgen, da Claudio Pizarro bei Werder Bremen schließlich Peruaner ist.
Zu meiner großen Freude gibt es zu dem Ceviche und dem Aji de gallina (Hühnerfrikassee auf peruanische Art in milder gelber Chilisoße) einen halben Liter frischen Mango-Maracujasaft.

Da ich immer noch keine richtige Orientierung habe, winke ich nach dem Essen ein Mototaxi herbei und bitte Ihn mit mir eine Rundfahrt zu machen. Der Fahrer, der diese Art von Anfrage nicht gewöhnt ist erklärt mir, dass dies hier nicht so funktioniere. Ich müsse Ihm ein Ziel nennen, sonst könne er mir auch keinen Preis nennen. Es gestaltet sich alles etwas schwierig, aber letztendlich gibt er sich mit dem Ziel – alles, was zur Hazienda gehört –zufrieden und verlangt 6 Sol.

Blick aus meinem Mototaxis in Casa Grande

Blick aus meinem Mototaxis in Casa Grande

Wir fahren hauptsächlich an hohen Mauern lang, die nur selten Durchblicke ermöglichen. Mein Fahrer erklärt mir, dass alles im Inneren zur Firma Casa Grande gehöre, der Zutritt aber nicht möglich sei. Dicht neben dem Fabrikgelände rasen wir knatternd an einer alten verfallen Villa vorbei, die ich von Fotos zu kennen meine. Mein wirklich bemühter Fahrer merkt wohl, dass ich nicht so richtig zufrieden bin und dreht noch ein paar Runden durch den Teil der Stadt vor dem ich gewarnt wurde.

In einem letzten Versuch zeige ich Ihm alle Fotos die ich habe. „Nein, das ist alles hintern den Mauern und der Zutritt ist verboten“, sagt er.
Die Wachen am Tor bestätigen mir, dass es keine Möglichkeit gibt auf das Gelände zu kommen und ihnen ist natürlich völlig egal, das mein Großvater hier einst arbeitete.
Mit der Reprivatisierung der Hazienda in den 90er Jahren ist dann auch der freie Zugang zu dem Sitz der ehemaligen Gutsherren und allen dazugehörigen Gebäuden aufgehoben worden. Mein Foto durch eine Öffnung in der Mauer bewirkt, dass sofort alles verriegelt wird.

Blick auf die Casa Hacienda von Casa Grande durch eine Öffnung in der Fabrikmauer

Blick auf die Casa Hacienda von Casa Grande durch eine Öffnung in der Fabrikmauer

Wieder bei der verfallenen Villa, kann ich diese als sogenanntes Casino identifizieren, in dem damals die Junggesellen wohnten. Gleich angrenzend befinden sich die Häuser der leitenden Angestellten, in denen meine Mutter zu Hause war.

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Casino, Casa Grande

Ein Typisches Wohnhaus der leitenden Angestelten in Casa Grande, Provinz Ascope, Peru

Ein Typisches Wohnhaus der leitenden Angestelten in Casa Grande, Provinz Ascope in Peru

Sie sind verhältnissmäßig gut erhalten und teilweise bewohnt. Ich bilde mir ein das Haus meiner Mutter zu erkennen, oder besser gesagt, ich suche mir eins der passenden Häuser aus, um dort all die Erzählungen vor meinem inneren Auge abspielen zu können. Auch hier hingen also während des 2. Weltkriegs die Wimpel der Nazis. Laut meiner Mutter allerdings nur wenige Tage,  dann landete all das Propagandamaterial unter den Kesseln für die Kochwäsche.

Es gibt keine Fotos von dem Haus. Fotos werden eben meist nur von besonderen Momenten gemacht und nicht von den Sachen und Augenblicken, die zum Alltag gehören. Zwei oder auch schon eine Generation später ist es dann aber gerade der Alltag den man nachvollziehen möchte.

Meine Mutter (damals Meike Kux), mein Opa und mein Onkel vor ihrem Haus in Casa Grande.

Meine Mutter (damals Meike Kux), mein Opa und mein Onkel vor ihrem Haus in Casa Grande.

Dicht neben den Häusern liegt ein verrottetes Schwimmbecken. Gut möglich, dass sich meine Mutter in dieses Becken gerettet hat nachdem sie mit einer Zwille in ein Hornissennest statt in die Aasgeier getroffen hat.

Der Nachmittag neigt sich gen Ende und ich mache mich auf zum Busbahnhof. Wartend auf die Abfahrt esse ich nun auch einen Wackelpudding in pink. Geschmacksrichtung soll wohl Himbeere sein.
Zurück geht es wieder durch die Zuckerrohrfelder. Auch in 40 km Entfernung sehe ich noch Schilder, die die Zugehörigkeit zu Casa Grande klar machen. Dann folgt Wüstensand, danach Autowaschanlagen und darauf folgend Autohäuser. Durch meine halb geöffneten müden Augen sehe ich plötzlich: „Automotores Gildemeister“. Die einstigen Zuckerrohr-Barone sind also nun Autohausbesitzer. Hätte wohl schlimmer kommen können. Laut einem Artikel im Spiegel von 1972  stotterte Casa Grande nach der Enteignung auch noch  jährlich rund 6,35 Millionen Mark als Entschädigung bei den Ex- Zuckerbaronen ab.

Ende / Teil 2 von 3

Casa Grande – Zuckerrohr-Imperium / Teil1

Nun endlich bin ich Casa Grande ganz nahe. Kindheitsort meiner Mutter, der mich mein Leben lang mit vielen Geschichten begleitet hat und ehemals ein riesiges Zuckerrohr-Imperium war. Ausgangspunkt für meine Erkundigungen ist Huanchaco. Ein Strandort, der angeblich das beste Ceviche in Peru zu bieten hat, bei Surfern beliebt ist und der Peruanern aus Trujillo als Wochends-Ausflugziel dient.

Huanchaco bei Sonnenuntergang mit den traditionellen Einmannbooten der Fischer (Caballitos) im Gegenlicht.

Huanchaco bei Sonnenuntergang mit den traditionellen Einmannbooten der Fischer (Caballitos) im Gegenlicht.

Es sind nur 50 km Luftlinie, doch brauche ich mit dem Bus fast 3 Stunden. Der Bus klappert mit Umwegen jede Ecke ab und an jeder Ecke springen Leute in den Bus, die Nüsse, Ananas, Eis und Wackelpudding anbieten. Wackelpudding in rosa, gelb, grün, zweifarbig oder auch in Regenbogenfarben, dargereicht im Plastikbecher mit Löffel.
Wackelpudding scheint das Geschäft schlechthin in dieser Gegend zu sein, aber ich verzichte.
Aus Trujillo raus fahrend sieht man Autohäuser, dann folgen Anbieter die Autos waschen und dann folgt Wüste. Sand, einfach nur Sand und Sandhügel. Ganz plötzlich ändert sich das Bild und Zuckerrohr-Felder säumen die Straße . Alles ist grün und üppig wuchernd. Erstaunlich, denn der Chicama-Fluss, der das Tal nährt ist völlig ausgetrocknet. Es ist Trockenzeit und bis zum nächsten Regen speisen die Brunnen die Felder.

In Casa Grande angekommen, weiß ich so gar nicht wohin. Meine Karte bietet zu wenig Informationen. Ich laufe einfach mal los in die gleiche Richtung in die sich auch die zahlreichen Mototaxis und bewegen und werde gleich von einem laut schreienden Polizisten aufgehalten. Da ich in Südamerika bin, befürchte ich viel Geld für irgendein erfundenes Vergehen zahlen zu müssen. Der Polizist will mich aber nur warnen, was er sehr deutlich macht indem er seinen Daumen an seiner Kehle längs führt.
Das folgende Gespräch macht zum Glück klar, dass ich mich im Zentrum und in dem ehemaligen Gebiet der Hazienda aufhalten kann, alle anderen Teile der Kleinstadt solle ich auf jeden Fall meiden.
Plaza de Armas, das Kino in dem meine Mutter Cowboy-Filme geschaut hat, die Zuckerrohr-Fabrik… alles liegt dicht beieinander und vor meinen Augen. Zum ersten Mal in Farbe und dreidimensional.

Zuckerrohr-Arbeiter auf dem Plaza de Armas - Casa Grande, Peru

Skulptur zu Ehren der Zuckerrohr-Arbeiter auf dem Plaza de Armas – Casa Grande, Peru

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Kino in Casa Grande mit vorbei fahrenden Mototaxis.

Casa Grande war einst die größte Zuckerrohr-Hazienda in Südamerika. Die Felder haben sich in der besten Zeit über ein Gebiet so groß wie Belgien, oder doppelt so groß wie Luxemburg erstreckt, liest man. 1888 erwirbt der deutsche Juan Gildemeister die Hazienda zu einem günstigen Preis von seinem auch schon deutschen Vorgänger Luis Albrecht, der durch den Pazifikkrieg extreme finanzielle Verluste erlitten hat. Die Geschäfte laufen gut und Juan Gildemeister kauft anliegende Ländereien und Zuckerrohrbetriebe auf. Mein Großvater ist Leitender Angestellter in diesem Zucker-Imperium und zuständig für die Züchtung neuer, ertragreicherer Sorten. Nebenbei kümmert er sich um die Erhaltung vorinkaischer Ruinen, auf die bei der Erschließung neuer Ländereien immer wieder gestoßen wird, und betreut die Wetterstation vor Ort.

1969 werden die sogenannten Zuckerrohr-Barone von der Militärregierung des Peruanischen Präsidenten, General Juan Velasco Alvarado, enteignet. Im darauf folgenden Jahr wird die Hazienda umformiert zur „Landwirtschaftlichen Produktionskooperative Casa Grande Ltda. No. 32″, deren 4500 Arbeiter somit zu Teilhabern werden. Der von Luis Albrecht am Fabrikturm angebrachte ermahnende Spruch, „Tace, ora et labora“ -„schweig, bete und arbeite“ wird durch einen Spruch in Quechua, der Sprache der meisten Arbeiter, ersetzt. „Ama sua, ama llulla, ama kella“ – „du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen, du sollst nicht faulenzen.“ Der Spruch lässt durchblicken, wie gut es um das Mitspracherecht der neuen Herren im „großen Haus“ stand. Tatsächlichen wurden 80% der Delegierten in der Vollversammlung Casa Grandes von der Regierung gestellt.

Alter Fabrikturm, Casa Grande

Alter Fabrikturm, Casa Grande.

Heute prankt am alten Fabrikturm der Name der heutigen Besitzer, eine Firma mit dem Namen Casa Grande s.a.a.. Der kuriose Quechua-Spruch scheint in Peru verbreitet zu sein. Ich habe Ihn z.B. in großen Lettern am Eingang zum Textil- und Kunstmarkt in Cusco gesehen.

Meine Großeltern, mein Onkel und meine Mutter erleben die Enteignung nicht mit. Sie sind wegen gesundheitlicher Probleme meines Großvaters schon Mitte der 50er wieder nach Deutschland gezogen.
Auch der zweite längere Aufenthalt meiner Mutter in Peru endet kurz vor dieser Periode.
Nach Ihrem Studium als Dolmetscherin in Heidelberg arbeitete meine Mutter in Lima für die Verwaltung der Hazienda in Lima. Die mit der Revolution einhergehende Inflation und ein Gehalt in peruanischen Sol veranlasste meine Eltern das Land Ende der 60er zu verlassen.

Es ist 13:00 Uhr als ich vor den Mauern des Fabrikgeländes stehe. Männer mit gelben Helmen strömen aus dem Tor zu Ihren Frauen die davor warten oder gehen in eines der umliegenden Restaurants. Ich beschließe mich dem Rhythmus anzupassen und mache auch erstmal Pause.

 

Zuckerrohrbetriebe auf dem Weg in die Mittagspause

Zuckerrohr-Arbeiter auf dem Weg in die Mittagspause

Zockerrohrarbeiter vor der Fabrikmauer, die mit Motiven aus der Blütezeit dekoriert ist.

Zockerrohrarbeiter vor der Fabrikmauer, die mit Motiven aus der Blütezeit dekoriert ist.

Ende / Teil 1 von 3

Cusco, Heiliges Tal und Machu Picchu

Cusco ist toll. Cusco macht Spaß. Die Stadt ist voll mit Reisenden aus der ganzen Welt, denen man aber wenn man will in den ursprünglicheren Stadtteilen, oder im umgebenden Heiligen Tal entgehen kann. Besonders ist die ausgelassene Stimmung. Jeder ist freudig aufgeregt. Entweder weil der Besuch des Weltwunders Mach Picchu bevor steht, weil man gerade den Inka-Trail bewältigt hat, oder weil man einen wundervoll eindrucksvollen Tag im Heiligen Tag verbracht hat.
Mein persönliches Highlight waren die Salinas de Maras. Die Salzbecken, die an den steilen Hängen der Anden liegen und schon von den Inkas zur Salzgewinnung angelegt wurden, sind wunderschön, genauso wie der Weg dort hin.

Salinas de Maras, Peru

Salinas de Maras, Peru

Arbeiter in den Salinas las Maras, Peru

Arbeiter in den Salinas las Maras, Peru

Salzgärtnerin in den Salinas las Maras

Salzgärtnerin in den Salinas las Maras

Das Heilige Tal im Winter erinnert mit den sanften Hügeln in Ocker- und Brauntönen etwas an die Toskana im Herbst. Doch die indigenen Schaf-, Kuh- oder Alpakahirten und die Schnee bedeckten Gipfel der Bergriesen im Hintergrund verdeutlichen einem, wo man sich befindet.
Und dann wäre da natürlich noch Machu Picchu…
Die Ruinenstadt wurde 2007 zu einem der neuen 7 Weltwunder gewählt, was sie deshalb auch irgendwie wieder entzaubert, denn es sind gewaltige Menschenmassen die sich auf Grund des Status dort täglich hin bewegen. Noch nie in meinem Leben habe ich für irgendetwas so lange in einer Warteschlange gestanden. Meine Geduld wurde extrem gefordert. Zum einem, weil ich mich gegen den 1,5 stündigen Fußmarsch von Machu Picchu Pueblo (auch Aquas Calientes genannt) und für den Bus entschieden habe und zum anderen, weil ich nun mal in der trockenen Hauptsaison reise, in der die meisten Besucher kommen.
Den Fußweg habe ich mir erspart, da ich in der Ruinenstadt den gleichnamigen Berg Machu Picchu besteigen wollte und befürchtete, dass mich mindestens 3-4 Stunden Treppensteigen in der Höhe vielleicht überfordern. Machbar wäre es wohl gewesen, aber mit wackligen Beinen gen Ende, die in Ermangelung von irgendwelchen Zäunen an den Abhängen dann auch ziemlich gefährlich werden können.
Stattdessen stehe ich also um 5 Uhr in der früh in einer unendlich lang erscheinenden Warteschlange für den Bus, der mich nach 2 Stunden Wartezeit in 20 Minuten zum Einlass der Ruinen bringt, wo ich dann noch mal anstehen muss.
Ich bin ziemlich froh in der ersten Gruppe zu sein, die den Montaña besteigt, da sich hier die Massen etwas ausdünnen. Der Weg ist steil und uneben, aber belohnt für meine Anstrengungen werde ich mit wunderschönen Ausblicken und mit der üppigen Pflanzenwelt der peruanischen Selva. Mückenschutz sollte man auf jeden Fall vorher auftragen. Nach wenigen Minuten hatte ich blutende Waden. Die Rüssel der Blutsauger scheinen hier irgendwie extreme Wunden zu hinterlassen, aber selbst ein sanftes Anti-Mücken-Spray hat sofort weitere Stiche verhindert.

Blick auf Machu Picchu vom Montaña

Blick auf Machu Picchu vom Montaña

Weg auf dem Gipfel des Montaña, Machu Picchu

Weg auf dem Gipfel des Montaña, Machu Picchu

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Ich ganz oben auf dem Montaña und die Ruinen von Machu Picchu ganz klein.

Nach circa 3 Stunden bin ich wieder am Ausgangspunkt und gehe dann nochmal 40 Minuten bergauf zum Sonnentor. Wenn man zu den Leuten gehört, die zu Fuß über den Inka-Trail kommen, erblickt man hier zum ersten Mal die Ruinen und ich kann mir gut vorstellen, dass man bei Sonnenaufgang mit offenem Mund einfach erstarrt.
Die Gemäuer im Tal selber habe ich dann relativ schnell erkundet. So schnell wie es eben geht, wenn große Touristengruppen und Lamas im Weg stehen.

Machu Picchu am frühen Morgen

Machu Picchu am frühen Morgen

Ziemlich entkräftet entscheide ich mich nach der Besichtigung wieder gegen den Fußweg und warte geduldig 1 Stunde auf den Bus nach Aquas Calientes.

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Peruanische Küche – vom allem nur das beste

Peru ist ein Vielvölkerstaat. Indigene Kulturen, die Nachfahren der spanischen Eroberer, Zuwanderer aus Europa und Nordamerika, Arbeitssklaven aus Afrika, Asien und Polynesien. All diese Einflüsse vermischen sich und prallen zugleich aufeinander. Das harmonischste Ergebnis dieses Schmelztiegels ist die peruanischen Küche, oder genauer die Cocina Criolla. Sie ist identitätsstiftend für die Peruaner. Kaum ein Taxifahrer auf meiner Reise hat es bis jetzt versäumt mir dieses Kulturgut zu empfehlen und ein paar der berühmtesten Gerichte oder Getränke aufzuzählen.

In der Liste ist immer Ceviche und Pisco Sour enthalten. Beides konnte nur entstehen, da die Spanier die Limetten nach Peru brachten. Ceviche gab es in ähnlicher Form schon vor der Eroberung der Spanier, doch wurde es mit der Limette perfektioniert.
Nach 2 Wochen Peru sind dies immer noch meine Lieblinge der peruanischen Küche. Ceviche soll gegen Kater helfen, der in vielen Fällen durch zu viel Pisco Sour entsteht. Die Gefahr, dass man in einen nicht enden wollenden Kreislauf gerät, ist hoch.
Ich kann Ceviche auch bei Höhenkrankheit empfehlen. In Puno am Titicacasee habe ich am Hafen einen Forellen-Ceviche gegessen. Die Säure der Limonen und die leichte Schärfe des Aji (Chili) hat den drückenden Kopfschmerz etwas gelindert.
Tiradito ähnelt dem Ceviche und spiegelt den Einfluss der Japaner auf die Küche wieder. Tiradito ist im Prinzip Sashimi in einer ganz leicht pikanten, cremigen Chili-Limonensauce.

Lachsforellen-Tiradito im Chicha, Cusco

Lachsforellen-Tiradito im Chicha, Cusco

Lomo Saltado ist ein weiteres Fusion-Gericht, welches in Peru sehr beliebt ist. Das geschnetzelte Rindfleisch mit Tomaten, süßlichen Zwiebeln und Sojasauce ist landesweit und wirklich fast in jedem Restaurant zu bekommen. Beeinflusst wurde es von den chinesischen Einwanderern. Die chinesische Küche in Peru nennt sich Chifa. Chifa-Restaurants gibt es in jedem etwas größerem Ort und gehören auch zum Pflichtprogramm jedes kulinarisch interessierten Reisenden.

Seit sich auch international bekannte Spitzenköche wie Gastón Acurio (Astrid&Gastón, Lima) und Virgilio Martínez (Central, Lima) der peruanischen Küche angenommen haben, gibt es auch noch die Richtung der novo andino cuisine (neue Andenküche). Sie interpretiert kreativ die klassischen Zutaten der Anden auf neue Weise. Alpaka, sous vide gegart und Quinoa-Crunch sind beispielsweise Elemente dieser Richtung, die auf Speisekarten auftauchen.
2015 wurde Peru sogar zur besten kulinarischen Destination weltweit gekürt.
Grund für den Höhenflug der peruanischen Gastronomie, sind nicht nur die zahlreichen kulturellen Einflüsse, oder die Sterneköche, die sich Ihr angenommen haben, sondern auch die diversen Klimazonen, die es in Peru gibt. Sie liefern eine unglaubliche Vielfalt an Lebensmitteln, die zur Kreativität anregen. Besonders stolz sind die Peruaner zum Beispiel auf ihre 3.000 Kartoffelsorten.

Ein Hoch und ein Pisco Sour auf die peruanische Küche!

Rezept Pisco Sour:
3cl = 1 Eiweiß
3cl = 1 Limette
3 cl Zuckersirup
4 cl Pisco
ca 4 Eiswürfel
ein paar Spritzer Angostura (Cocktailbitter), oder etwas Zimt

Für den Zuckersirup 100g Zucker mit 100ml Wasser erhitzen. Sobald sich die Zuckerkristalle ganz aufgelöst haben, den Topf vom Herd nehmen und Sirup abkühlen lassen. Limetten pressen und alle Zutaten bis auf den Bitter im Standmixer verquirlen, damit das Eiweiß zu Schaum und die Eiswürfel zerkleinert werden. Zuletzt ein paar Spritzer Angostura auf den Eischnee geben, oder wie auf dem Foto Zimt, was ich aber bei weitem nicht so gut finde.  Werbkeinen Standmixer hat kann auch einen Cocktailshaker benutzen. Dann aber am Besten das Getränk ohne Die Eiswürfel in vorgekühlte Gläser abseien.

Den aus Trauben gewonnenen Pisco kann man auch durch klaren Grappa ersetzen, der in Deutschland leichter zu bekommen ist. Zutat und Herstellungsweise sind identisch.

 

Peru zum Schmunzeln

  1. Schon meiner Ankunft in Lima auf dem Weg vom Flughafen zu meiner Unterkunft entlang der Costa Verde stutze ich über diese Schilder: „Im Fall eines Tsunami-Alarms, verlasse den Strand über die Evakuationswege.“ Beim Blick auf die ununterbrochene und hohe Steilküste unterstelle ich dem zuständigen peruanischem Amt zunächst einmal einen tiefschwarzen Humor. Bei genauerer Betrachtung gibt es dann schon ein paar wenige Aufgänge. Im Fall eines Tsunamis möchte ich mich dennoch in gar keinem Fall an Limas Küste befinden.

    Schild mit Anweisung im Fall eines Tsunami, Lima am Strand von Barranco.

    Schild mit Anweisung im Fall eines Tsunami, Lima am Strand von Barranco.

  2. Indigenen Marktfrauen riechen an Geldscheinen, um deren Echtheit zu überprüfen.

    Sonntagsmarkt in Pisac, Heiliges Tal bei Cusco.

    Sonntagsmarkt in Pisac, Heiliges Tal bei Cusco.

  3. In Peru gibt es 3 ganz besondere Repliken des Abendmahls von Leonardo Da Vinci. Um der andinen Bevölkerung den Katholizismus schmackhaft zu machen, liegt auf dem Teller vor Jesus ein gebratenes Meerschweinchen umringt von Chilischoten und Maiskolben.  Zu sehen in Lima, Arequipa und Cusco.
  4. Ich habe inzwischen 3 Mal erst kurz vor knapp meine Busreservierung gemacht. Jedes Mal war nur noch ein Platz frei und zwar die Nummer 13.
  5. Peru erscheint manchmal etwas überorganisiert. Des Öfteren bekommt man kleine Zettelchen, die auf gar keinen Fall verloren gehen dürfen. Sogar für die Toilette gibt es Eintrittskarten.

    Ticket für die Damentoilette am Busbahnhof Puno.

    Ticket für die Damentoilette am Busbahnhof Puno.

Titicacasee in Bildern

Puno - Titicacasee

Puno – Titicacasee

 

 

 

Meine Mutter, Uros Inseln, 60er Jahre

Meine Mutter, Uros Inseln, 60er Jahre

Ich auf den Uros, ca 50 Jahre später

Ich auf den Uros, ca 50 Jahre später

Titicacasee für Einheimische

Titicacasee für Einheimische

 

 

Erdbeben – Arequipa

Arequipa mutet im Gegensatz zu anderen Städten Perus europäisch an. Prachtvolle Kolonialgebäude und Villen, eine Fußgängerzone mit den überall auf der Welt bekannten Fastfood-Ketten, und adrett gekleidete Einwohner.

Straßenansicht, Arequipa

Straßenansicht, Arequipa

Ich komme kurz vor den Festivitäten zum 476. Geburtstag in Arequipa an und erreiche gerade so noch meine Unterkunft, bevor auf den Straßen ein tosendes Folklore-Fest ausbricht, was den Verkehr lahmlegt und so gar nichts europäisches mehr hat.
Zahlreiche Tanzgruppen in bunten Kostümen, laute Blechbläser und der Duft von den in Peru auf Straßenfesten so beliebten Anticuchos erfüllen die Straßen. An jeder freien Ecke sind Tische aufgebaut an denen man Glühwein oder andere heiße Getränke zu sich nehmen kann, was bei den im Winter nächtlichen Temperaturen von circa 5 Grad sehr willkommen ist.

Die Stadt tobt und daher wird das kurze Wackeln des Erdbodens von den meisten kaum wahrgenommen. Mein erstes Erbeben, und ich bin etwas verdutzt, dass kaum jemand reagiert. Was sich in Arequipa sehr sanft anfühlte, führte im Epizentrum im Colca Canyon zu einer Katastrophe. Circa 10 Tote, 40 Verletzte und unter anderem ein zerstörtes Krankenhaus in Chivay. Ein bei Touristen sehr beliebter Ort in der Region. Das Erbeben mit einer Stärke von 5,3 hat es sogar in die deutsche Presse geschafft.
Chivay wäre auch mein nächstes Ziel gewesen, aber zunächst sind die Straßen blockiert und ich beschließe nicht auf die Räumung zu warten, einen zusätzlichen Tag in Arequipa zu verbringen und mich dann auf den Weg zum Titicacasee zu machen. Am nächsten Tag ist, bis auf ein paar Betrunkene, die durch die Straßen torkeln und ein paar geschlossener Geschäfte, alles wieder normal.

Hauptattraktion von Arequipa ist das Kloster Santa Catalina. Die kleine Stadt in der Stadt ist wirklich imposant. Wenn man die Touristengruppen an sich vorbeiziehen lässt, spürt man etwas von der Ruhe des Klosters, in dem heute noch 30 Nonnen leben.

 

Etwas abseits vom Zentrum liegt der Stadtteil Yanahuara von dem man einen freien Blick auf den Vulkan Misti hat. Der Aussichtspunkt war auch schon vor 50 Jahren, als meine Eltern eine Rundreise in Peru machten beliebt, aber der Ausblick – bis auf den unveränderlichen Misti – ein ganz anderer.

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa in den 60ern

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa in den 60ern

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa 2016

Vulkan Misti vom Aussichtspunkt Yanahuara, Arequipa 2016

Auf dem Rückweg komme ich an einer Picanteria vorbei. Der Laden war voll, es roch köstlich und die Preise waren günstig. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass dieses speziell arequipeñischen Lokale nur tagsüber offen haben, wäre ich auch ohne großen Hunger eingekehrt. Leider ist mir dies Erlebnis entgangen.

Mein persönliches kulinarisches Highlight in Arequipa war Queso Helado. Ein Eis aus Milch, Kokosmilch und braunem Zucker, was mit Zimt bestreut wird. Die Zutaten kommen in einen Bottich, der in Eiswasser schwimmt und solange gedreht wird, bis der Inhalt gefroren ist. Doña Rosa, gilt als Meisterin in der Herstellung. Ihr Stand auf dem Markt ist mit zahlreichen Artikeln der Lokalzeitungen über sie geschmückt. Sogar ein Gemälde von Ihr hängt an der Wand.

Doña Rosa, Markt Arequipa

Doña Rosa, Markt Arequipa

Gemälde Doña Rosa, Markt Arequipa

Gemälde Doña Rosa, Markt Arequipa

Zum Abschied am Bussbahnhof gibt es dann noch mal ein kurzes Beben, ein kurzer Aufschrei einer Ticketverkäuferin, ein flüchtiges Aufblicken der Passagiere und Kontrolleure und schon geht es weiter.

Peru beginnt mit Lima

Alle die aus Deutschland nach Peru kommen werden Ihren ersten Kontakt mit dem Land in Lima haben, es sei denn sie haben es sehr eilig und jetten gleich weiter nach Cusco, um sich Machu Picchu anzuschauen. Ich hatte meinen ersten echten Kontakt mit dem Land schon im Flugzeug, denn neben mir saß der sehr charmante, sehr alte und vor allem sehr kommunikative Alfredo. Ein echter „Limeño“, der mir gleich erzählte, dass ich vor allem die gute peruanische Küche kennen lernen muss. Erst danach zählte er weitere Sehenswürdigkeiten des Landes auf.

Die peruanische Küche ist tatsächlich einer der Hauptgründe warum man Lima nicht auslassen sollte.  Alle Küchen des Landes sind hier vertreten. Ansonsten ist Lima keine Schönheit. Es ist im wesentlichen laut, verstopft, dreckig und meistens grau. Immer Sommer angeblich auch mal strahlend weiß. Aber positiv gesehen ist es auch ganz wunderbar quirlig, voller Leben und hat beeindruckende Museen in denen man sich mit den alten Kulturen vertraut machen kann, deren Ruinen man sich im Verlauf der Reise höchst wahrscheinlich anschauen wird. Wer der  hektischen 10 Millionen Metropole etwas entgehen will, ist in dem Stadtteil Barranco sehr gut aufgehoben.

Es gilt als das Künstlerviertel von Lima und das Leben geht hier merklich ruhiger voran. Abends und besonders am Wochenende ändert sich das, da Barranco ein beliebtes Ausgehviertel ist, so dass man auch nachts nie allein ist, sich sicher fühlt und gemütlich durch die Gassen schlendern kann.

 

 

Um Platz zu schaffen für die zahlreichen peruanischen Köstlichkeiten habe ich mich einem gratis Stadtrundgang angeschlossen.  (http://www.limabywalking.com/) Der perfekte Einstieg, vor allem weil man die Metropolitan-Buslinie kennenlernt. Sie hat Ihre eigene Spur und ist deshalb das schnellste Verkehrsmittel im dauerhaft verstopften Lima. Leider gibt es nur 2 Strecken. Ansonsten ist man auf Taxis oder das wilde Netz der zahlreichen proppe vollen „Collectivos“ angewiesen.  Für Letzteres muss man sich sehr gut auskennen. Auf der Seite der Kleinbusse stehen Straßennamen oder Stadtviertel der groben Route. Zusätzlich werden im marktschreierischem Singsang die nächsten Ziele ausgerufen. Hört sich gar nicht so schwer an, aber Straßennamen gibt es immer doppelt und der Singsang ist meist auch nur für Kenner verständlich. Zwischen den touristischen Vierteln Barranco und Miraflores zu pendeln lernt man ziemlich schnell. Schon am Abend der ersten Tages winke ich mit der typischen Handbewegung (die Fingerspitzen zeigen nach unten) ein Collectivo heran, drücke dem Zuständigen 1 Sol in die Hand und rufe an der richtigen Ecke „Baja“, um zu signalisieren, dass ich aussteigen möchte.

Zum weiteren Zeitvertreib ist ein Besuch einer der Märkte empfehlenswert. Ich liebe es das bunte Treiben zu beobachten und einen frisch gepressten exotischen Saft dabei zu trinken.
Essen in und rund um die Märkte ist meist viel günstiger als in normalen Restaurants und Cafés. Gleich neben dem Mercado Central befindet sich Chinatown. Hier gibt zahlreiche Chifa-Restaurants. Chifa bezeichnet die chinesisch peruanische Fusionküche.

 

Etwas ab vom Schuß in Pueblo Libre liegt das Museo Larco. Ein kleines, feines Museum, was Kunstfertigkeiten der Inka- und vorinkaischen Kulturen ausstellt. Eine Besonderheit ist unter anderem der erotische Saal. Er zeigt eine Sammlung von getöpferten, pornographischen Gefäßen, die bei Weitem die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Das Museum befindet sich in einem alten Kolonialbau, mit vielen schönen Plätzen zum entspannen. Ich habe die kleine Pause vom lauten Lima sehr genossen.

Im Museum Larco

Im Museum Larco

Museo Larco, Pueblo Libre - Lima

Museo Larco, Pueblo Libre – Lima

Gastón Acurio – ein Koch der zum Nationalheld geworden ist

Um die Beliebtheit von Gastón Acurio in Peru zu verstehen, muss man zumindest ein wenig die peruanische Geschichte kennen. Peru hat wie so viele Länder Südamerikas viel durchgemacht und das auch noch in diesem Jahrhundert. Inflation, Korruption und Terrorismus ist das, was der Welt in den Medien zu Peru präsentiert wurde.
Gastón Acurio hat dies geändert. Er ist inzwischen in gastronomischen Kreisen weit über die Grenzen Südamerikas hinaus bekannt und wird von den besten Köchen der Welt geschätzt. Gastón ließ die Menschen der Welt wissen, dass Peru etwas sehr wertvolles zu bieten hat. Nämlich seine sehr facettenreiche Küche. Die Peruaner lieben und verehren Ihn dafür.  Es gab sogar Stimmen die wollten, dass er als Präsident kandidiert.

Das ist gar nicht ganz so absurd wie es im ersten Moment klingt, denn er ist sozial sehr engagiert. Er fördert lokale Lebensmittel-Kooperativen und hat eine Kochschule für ambitionierte, aber vernachlässigte Jugendliche ins Leben gerufen.
In diesem Jahr ist in Deutschland ein ziemlich dicker Wälzer über die peruanische Küche von ihm herausgekommen. „Peru. Das Kochbuch: Die Bibel der peruanischen Küche“. Es beinhaltet viele tolle Rezepte, aber auf den ersten Blick kann es etwas erschreckend wirken, da man viele der Zutaten in Deutschland nicht, oder nur sehr schwer, erwerben kann.
Mein Tipp: Trotzdem, und mit ähnlichen Zutaten versuchen die Rezepte nachzumachen. Es lohnt sich!
Im Jahr 2014 ist auch noch die Dokumentation „Gastóns Küche“ auf DVD  erschienen. Für alle Fans des Landes und für „Foodies“ ein absolutes Muss.

Weltweit hat Gastón Acurio 40 Restaurants. Ein paar davon in Lima. In die meisten davon werde ich wohl ohne Reservierung nicht rein kommen.  Zumindest in der Cevicheria „La Mar“ in Lima werde ich es aber versuchen und dann berichten.

 

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