Vorfreude ist für mich einer der besonders wichtigen und schönen Bestandteile einer Reise. Deshalb gab es gestern Abend Vorfreude auf dem Teller – Ceviche.
Ceviche ist ein peruanisches Nationalgericht, für das Fisch in Limettensaft gegart wird.

Ceviche mit Süßkartoffel

Ceviche mit Süßkartoffel

Es ist perfekt für heiße Sommertage, da es frisch und leicht ist, aber ich liebe es zu jeder Jahreszeit. Die Zubereitung ist im Prinzip ganz simpel und Ihr solltet es unbedingt mal ausprobieren, da es sensationell lecker ist. So gut, dass es wirklich süchtig machen kann. Ich kenne tatsächlich mehrere strikte Vegetarier, die für Ceviche jederzeit eine Ausnahme machen würden.  Die Rezepte variieren von Kochbuch zu Kochuch und haben sich im Laufe der Zeit verändert.  In einem alten kreolisch-peruanischem Kochbuch aus den 60er Jahren wird neben Limettensaft zusätzlich der Saft von Bitterorangen verwendet und die Garzeit beträgt 3-4 Stunden. In modernerer Rezepten wird der Fisch nur noch 2 -15 Minuten eingelegt und oft wird zusätzlich ein Stück Ingwer dazu gegeben. Falsch machen kann man also nichts und Experimente sind durchaus erlaubt.

In meiner Familie wird Ceviche wie folgt zubereitet:

Ceviche-Rezept für 4 Personen

  • 800g weißes Fischfilet ohne Haut ( z.B. Kabeljau, Scholle oder Seezunge)
  • 10-15 Limetten, ausgepresst
    (Limetten vor dem Auspressen kräftig über einen Tisch rollen, da man aus den weich gerollten Limetten mehr Saft bekommt.)
  • 1 große rote Zwiebel, in sehr dünne Streifen geschnitten
  • 1 rote scharfe Chillischote, entkernt und fein gehackt
  • 1 Handvoll Korianderblätter, zerrupft oder fein gehackt
  • 2 Süßkartoffeln, in grobe Scheiben geschnitten und gekocht
  • 4 Maiskolben gegart (optional, da frisch nur im Sommer erhältlich)
  • Salz

Fisch waschen, abtupfen und in circa 2×2 cm große Stücke schneiden. In eine Schüssel geben und Salzen. Zwiebel, Chili und Koriander dazu geben, mit Limettensaft bedecken und für circa 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Fisch ohne den Saft mit Süßkartoffel und eventuell Mais anrichten.
Ich kaufe oft wesentlich mehr Limetten als notwendig und aus dem restlichen Saft mache ich dann Limonade oder den in Peru so beliebten Pisco Sour.
Der Sud der beim Garen des Fisches ensteht wird übriegens Leche de tigre (Tigermilch) genannt und wird in Peru gerne auch im Glas vorweg gereicht. Er soll ware Wunder bewirken, oder zumindest gegen Kater helfen und aphrodisierend sein.