Alle die aus Deutschland nach Peru kommen werden Ihren ersten Kontakt mit dem Land in Lima haben, es sei denn sie haben es sehr eilig und jetten gleich weiter nach Cusco, um sich Machu Picchu anzuschauen. Ich hatte meinen ersten echten Kontakt mit dem Land schon im Flugzeug, denn neben mir saß der sehr charmante, sehr alte und vor allem sehr kommunikative Alfredo. Ein echter „Limeño“, der mir gleich erzählte, dass ich vor allem die gute peruanische Küche kennen lernen muss. Erst danach zählte er weitere Sehenswürdigkeiten des Landes auf.

Die peruanische Küche ist tatsächlich einer der Hauptgründe warum man Lima nicht auslassen sollte.  Alle Küchen des Landes sind hier vertreten. Ansonsten ist Lima keine Schönheit. Es ist im wesentlichen laut, verstopft, dreckig und meistens grau. Immer Sommer angeblich auch mal strahlend weiß. Aber positiv gesehen ist es auch ganz wunderbar quirlig, voller Leben und hat beeindruckende Museen in denen man sich mit den alten Kulturen vertraut machen kann, deren Ruinen man sich im Verlauf der Reise höchst wahrscheinlich anschauen wird. Wer der  hektischen 10 Millionen Metropole etwas entgehen will, ist in dem Stadtteil Barranco sehr gut aufgehoben.

Es gilt als das Künstlerviertel von Lima und das Leben geht hier merklich ruhiger voran. Abends und besonders am Wochenende ändert sich das, da Barranco ein beliebtes Ausgehviertel ist, so dass man auch nachts nie allein ist, sich sicher fühlt und gemütlich durch die Gassen schlendern kann.

 

 

Um Platz zu schaffen für die zahlreichen peruanischen Köstlichkeiten habe ich mich einem gratis Stadtrundgang angeschlossen.  (http://www.limabywalking.com/) Der perfekte Einstieg, vor allem weil man die Metropolitan-Buslinie kennenlernt. Sie hat Ihre eigene Spur und ist deshalb das schnellste Verkehrsmittel im dauerhaft verstopften Lima. Leider gibt es nur 2 Strecken. Ansonsten ist man auf Taxis oder das wilde Netz der zahlreichen proppe vollen „Collectivos“ angewiesen.  Für Letzteres muss man sich sehr gut auskennen. Auf der Seite der Kleinbusse stehen Straßennamen oder Stadtviertel der groben Route. Zusätzlich werden im marktschreierischem Singsang die nächsten Ziele ausgerufen. Hört sich gar nicht so schwer an, aber Straßennamen gibt es immer doppelt und der Singsang ist meist auch nur für Kenner verständlich. Zwischen den touristischen Vierteln Barranco und Miraflores zu pendeln lernt man ziemlich schnell. Schon am Abend der ersten Tages winke ich mit der typischen Handbewegung (die Fingerspitzen zeigen nach unten) ein Collectivo heran, drücke dem Zuständigen 1 Sol in die Hand und rufe an der richtigen Ecke „Baja“, um zu signalisieren, dass ich aussteigen möchte.

Zum weiteren Zeitvertreib ist ein Besuch einer der Märkte empfehlenswert. Ich liebe es das bunte Treiben zu beobachten und einen frisch gepressten exotischen Saft dabei zu trinken.
Essen in und rund um die Märkte ist meist viel günstiger als in normalen Restaurants und Cafés. Gleich neben dem Mercado Central befindet sich Chinatown. Hier gibt zahlreiche Chifa-Restaurants. Chifa bezeichnet die chinesisch peruanische Fusionküche.

 

Etwas ab vom Schuß in Pueblo Libre liegt das Museo Larco. Ein kleines, feines Museum, was Kunstfertigkeiten der Inka- und vorinkaischen Kulturen ausstellt. Eine Besonderheit ist unter anderem der erotische Saal. Er zeigt eine Sammlung von getöpferten, pornographischen Gefäßen, die bei Weitem die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Das Museum befindet sich in einem alten Kolonialbau, mit vielen schönen Plätzen zum entspannen. Ich habe die kleine Pause vom lauten Lima sehr genossen.

Im Museum Larco

Im Museum Larco

Museo Larco, Pueblo Libre - Lima

Museo Larco, Pueblo Libre – Lima